§ Recht & Pflichten · 3 Min. Lesezeit
Die Minijob-Grenze: 603 € im Jahr 2026
Die Zahl
Seit dem 1. Januar 2026 liegt die Geringfügigkeitsgrenze bei 603 € im Monat.
Sie ist keine politisch gesetzte Zahl mehr, sondern seit Oktober 2022 an den Mindestlohn gekoppelt:
Mindestlohn × 130 ÷ 3, aufgerundet auf volle Euro
13,90 € × 130 ÷ 3 = 602,33 € → 603 €
Dahinter steht die Idee: Ein Minijob soll rund 10 Wochenstunden zum Mindestlohn ermöglichen. Steigt der Mindestlohn, steigt die Grenze mit.
Warum das Jahr zählt, nicht der Monat
Die verbreitetste Fehlvorstellung: „Solange sie in keinem Monat über 603 € kommt, ist alles gut." Das ist falsch.
Maßgeblich ist die Jahresbetrachtung: 12 × 603 € = 7.236 € im Zeitjahr. Ein Monat mit 700 € ist unschädlich, wenn ein anderer bei 500 € liegt — solange die Summe stimmt und die Prognose zu Beginn realistisch war.
Stempo rechnet deshalb mit einem rollierenden Zeitjahr: zwölf Monate rückwärts, nicht das Kalenderjahr.
Gelegentliches Überschreiten
Stempo zeigt dir, wie viele dieser Ausnahmen im laufenden Zeitjahr schon verbraucht sind und wie viele noch frei sind.
Was NICHT mitzählt
Das ist die Stelle, an der andere Werkzeuge falsch rechnen:
| Zählt mit | Zählt nicht mit |
|---|---|
| Grundlohn | steuerfreie SFN-Zuschläge nach § 3b EStG |
| Einmalzahlungen (Urlaubs-, Weihnachtsgeld) | Trinkgeld von Gästen (§ 3 Nr. 51 EStG) |
| Zuschläge über der Steuerfreigrenze | Aufwandsentschädigungen im gesetzlichen Rahmen |
Für die Sozialversicherung gilt beim Grundlohn-Deckel der SFN-Zuschläge nicht die 50-€-, sondern die 25-€-Grenze (§ 1 SvEV). Stempo rechnet damit — und genau deshalb kommt es in der Gastronomie und in der Pflege zu anderen Ergebnissen als bei Werkzeugen, die pauschal alles zusammenzählen.
Der Minijob-Wächter in Stempo
Er ist in allen Plänen enthalten, auch im kostenlosen. Öffne links Minijob.
Du siehst dort:
- eine Ampel je Person: sicher, beobachten, kritisch, Grenze gerissen
- die Jahresprognose über das rollierende Zeitjahr
- „Noch X Stunden buchbar" in diesem Monat, auf fünf Minuten abgerundet
- ein 12-Monats-Balkendiagramm mit der Grenze als Linie
- verbrauchte und freie Ausnahmemonate
- eine Handlungsempfehlung je Person
Zusätzlich:
- Frühwarnung per E-Mail und Push bei 80 %, 95 % und 100 %
- Prüfpunkt im Monatsabschluss (Schritt 1) — geprüft, aber nicht blockierend
- Konfliktprüfung im Dienstplan beim Anlegen einer Schicht
Was passiert, wenn die Grenze reißt?
Die Beschäftigung wird sozialversicherungspflichtig, in der Regel rückwirkend ab dem Zeitpunkt, an dem die Prognose hätte korrigiert werden müssen. Beiträge sind nachzuentrichten — Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil, wobei der Arbeitnehmeranteil nur begrenzt rückwirkend abgezogen werden darf. In der Praxis bleibt der Betrieb auf einem erheblichen Teil sitzen.
Deshalb ist die Frühwarnung wichtiger als die Feststellung im Nachhinein.
Kurzfristige Beschäftigung
Der andere Weg: bis zu 3 Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr, ohne Entgeltgrenze, aber nicht berufsmäßig. Stempo führt die Zeitgrenzen mit und warnt, wenn sie knapp werden.
Kommst du nicht weiter?
Die genauen Regeln für steuerfreie Zuschläge stehen unter § 3b: steuerfreie Zuschläge. Bei einer bereits gerissenen Grenze führt der erste Weg zum Steuerbüro, nicht in die Software.
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